Mit der Abschlussveranstaltung am 1. Juli 2025 endete die interdisziplinäre Ringvorlesung „Der Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt und seine Folgen“ an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Die Vorlesungsreihe, die im Rahmen des Projekts „Integrative Demokratieforschung im Land Sachsen-Anhalt“ (IDLSA) stattfand, bot über zehn Termine hinweg Raum für fachlichen Austausch, kritische Reflexion und gesellschaftlichen Dialog.
Ausgangspunkt war der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024, der die Stadt nachhaltig geprägt und eine breite öffentliche Debatte über Ursachen, Verantwortung und gesellschaftliche Folgen ausgelöst hat. Die Ringvorlesung nahm diese Debatte auf und fragte danach, wie sich das Leben in der Stadt verändert hat und eine gemeinsame Aufarbeitung gelingen kann.
Seit dem Start am 22. April 2025 beteiligten sich mehr als 300 Personen aus Hochschule und Stadtgesellschaft, darunter Studierende, Lehrende, Forschende sowie interessierte Bürger*innen. Die Veranstaltungen fanden sowohl in Präsenz als auch online statt und richteten sich an eine breite Öffentlichkeit.
Organisiert wurde die Reihe von Prof.in Dr.in Josefine Heusinger, Prof.in Dr.in Claudia Nothelle, Prof.in Dr.in Elke Grittmann und Prof. Dr. Matthias Quent.
Renommierte Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Medien und Zivilgesellschaft kamen in den einzelnen Sitzungen zu Wort, darunter Prof.in Dr.in Britta Bannenberg (Universität Gießen), Prof. Dr. Julian Junk (PRIF Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung), Heike Kleffner (VBRG e.V.), Emma Mack (MDR), Rima Hanano (CLAIM) und Antje Arndt (Mobile Opferberatung Magdeburg).
Im Mittelpunkt der Reihe standen drei thematische Schwerpunkte:
- Tat und Hintergründe: mit Blick auf Täterbiografien, anti-muslimischen Rassismus, Islamismus und Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft
- Mediatisierung und Verantwortung: unter anderem zu Radikalisierung in sozialen Medien und traumasensibler Berichterstattung
- Folgen & Bewältigung: mit Fokus auf psychosoziale Versorgung, migrantische Zukunftsperspektiven und Erinnerungskultur
Zum Abschluss sprachen Prof.in Dr.in Claudia Nothelle und Prof. Dr. Matthias Quent mit der Prorektorin der Hochschule Magdeburg-Stendal Prof.in Dr.in Kerstin Baumgarten und dem Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Prof. Dr. Jens Strackeljan. Gemeinsam mit dem Publikum wurden Perspektiven für Erinnerungskultur, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Rolle der Hochschulen diskutiert.
Die Ringvorlesung hat deutlich gemacht, wie die Hochschulen als Orte der kritischen Auseinandersetzung, der politischen Bildung und des solidarischen Zusammenhalts wirken können.