Das Forschungsprojekt Politische Sozialisation von „Wendekindern“ widmet sich der Frage, wie Kinder den gesellschaftlichen Umbruch der Jahre 1989/90 wahrgenommen und verarbeitet haben und was diese Erfahrungen für ihre heutigen politischen Einstellungen und gesellschaftlichen Orientierungen bedeuten. Im Fokus stehen sogenannte „Wendekinder“, die den Systemwechsel nicht nur als historisches Ereignis, sondern zugleich als bedeutsam im Übergang von Kindheit zur Jugend erleben konnten.
Grundlage der Untersuchung bilden rund 100 schulische Texte von 12-14-Jährigen aus Sachsen-Anhalt. Sie sind im Rahmen der ersten deutsch-deutschen Jugendstudie (Behnken et al. 1991) im Frühjahr und Sommer 1990 entstanden, wurden bisher aber nie tiefgreifend analysiert. Diese Texte werden mittels der dokumentarischen Methode rekonstruktiv interpretiert und mit biografischen Interviews der heute erwachsenen Schüler und Schülerinnen ergänzt.
Ziel des Projekts ist es, soziale, z.B. milieuspezifische, Unterschiede in der politischen Sozialisation, langfristige biografische Folgen sowie Kontinuitäten und Brüche politischer Orientierungen zu erkennen und sichtbar zu machen. Das Projekt trägt damit zu einem differenzierteren Verständnis gesellschaftlicher Transformationserfahrungen in Ostdeutschland sowie aktueller gesellschaftlicher Konfliktlinien bei.
Die Arbeit zurpolitischen Sozialisation von „Wendekindern“ ist Teil des Projekts Transformation und Demokratie in Sachsen-Anhalt (TransDem) und verbindet Grundlagenforschung mit gesellschaftlichem Wissenstransfer und öffentlicher Vermittlung.
Thematische Schwerpunkte
- Politische Sozialisation im gesellschaftlichen Umbruch
- Kindheit und Generationserfahrungen in Transformationsgesellschaften
- rekonstruktive Erforschung von Ego-Dokumenten und Biografien
- Erinnerungskultur und gesellschaftliche Konfliktdynamiken
- Wissenstransfer und öffentliche Dialogformate
Leitung
Prof. Dr. Claudia Dreke
Mitarbeiter:innen
Dr.in Gesine Schuster







